1919 - 1944: Die Produktion zwischen den Weltkriegen

1919

trat Benno v. Gumpert am 1. Juli auf Wunsch seines Schwiegervaters Rudolf Irle in die Fa. Herm. Irle ein. Wenige Wochen vorher, am 26. Mai, fand die Hochzeit von Hedwig Fischer, früher Irle, mit Benno v. Gumpert statt.

Die Produktion von Müllereiwalzen wurde aufgenommen (erstmalig Hartgußwalzen mit eingegossenen Achsen). Es folgt die Erweiterung der Produktion um Richtrollen. Ab diesem Datum Vertrag mit EWS, das den größten Teil des Kraftbedarfs liefert.

1920

Erweiterung der Gichtanlage um 20 m, Anschaffung eines Kupolofens von 5 t mit automatischer Begichtung. Im November wird die erste Stahlwalze gegossen.

1922

Rudolf Irle starb im Alter von 68 Jahren. Benno von Gumpert wurde am 25. August Mitgeschäftsführer. Bereits am 1. März trat von Gumpert mit 31 Jahren als Gießereiassistent in die Firma ein. Willi Raym erhielt die Prokura und wurde ebenfalls Geschäftsführer.

1923

Erweiterungsbau der Dreherei und Bau eines Wohnhauses für Angestellte.

Durch die Ruhrbesetzung fehlt es an Rolingen (der Firma Krupp) zur Herstellung dieser Gußstahlwalzen, so dass dieser Produktionszweig allmählich zum Erliegen kam. Man weicht aus auf Kalanderwalzen, Walzen mit eingezogenen Stahlachsen, Walzen für Gummi, Glas und Textilfaser, Walzringe, Kopfwalzen, Pendelwalzen Kollergangsringe für die Hartzerkleinerung: Belegplatten für Zementtrommelmühlen, Walzen für Kohlenstaubmühlen und Kugeln für die Hartzerkleinerung.

1924

Die Produktion von Kalanderwalzen im Werk I wird in größerem Umfang aufgenommen. Die Aufträge sinken 1924/1925 stark ab. Die Produktion wird nach Werk I verlagert.

1925

Am 30. Dezember starb Otto Irle. Von den Irles blieb nur noch Albert übrig, der sich 60 Jahre als Geschäftsführer um das Unternehmen verdient gemacht hat. Einrichtung des Fallwerkes.

Die Firma leidet unter Absatzschwierigkeiten durch Ruhrbesatzung.

1926

Das Werk II wird verpachtet. Wilibald Raym trat als Geschäftsführer bei der Fa. Irle aus und wird 1927 Geschäftsführer und technischer Leiter vom Hartgußwerk.

Am 11. Dezember wurde Erich v. Gumpert geboren.

1927

Die Produktion wird in geringem Umfange nach Auflösung des Pachtvertrages wieder aufgenommen. Bau eines neuen Kupolofens in Werk I.

1928

Ein weiterer Kupolofen wird aufgestellt, ebenso ein zweiter Flammofen mit 26 t Fassungsvermögen. Vergrößerung des Maschinenparks der Dreherei in Werk I.

1930 bis 1932

Auch in den Notzeiten der Weltwirtschaftskrise kommt das Werk II nicht ganz zum Erliegen. Rückschläge durch Weltwirtschaftskrise. Entlassung von Arbeitskräften (1931-1932).

1933

Aufnahme der Produktion von Stützwalzen für Vier- und Sechsrollengerüste. Starker Export dieser Produktion. Bis 1939 wird in Werk II wieder das volle Produktionsprogramm durchgeführt, wie es Anfang der 20iger Jahre bestand.

1936 bis 1938

erfolgt in Werk I die Erweiterung der Haupthalle der Dreherei von 7 auf 10 m Breite und Neubau von Gießerei und Dreherei.

1938

Fritz Bohn war von diesem Jahr an zusammen mit Günther v. Gumpert Geschäftsführer.

Seniorchef Albert Irle feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum, gleichzeitig Einweihung der neuen Bearbeitungswerkstatt von Werk I am 3. September. Anläßlich des Dienstjubiläums gründete er die "Albert-Irle-Stiftung", eine Unterstützungskasse der Hermann Irle GmbH für Notfälle.

1939 bis 1944

wurden Granaten gefertigt. Produktionsanstieg durch Rüstungsaufträge. Im November 1944 mußten beide Werke bedingt durch die Kriegseinwirkungen stillgelegt werden.