1726 - 1854: Beginn der Walzenproduktion

1726

Errichtung der Silber- und Bleihütte Deuz durch Herrn von Fleischbein, damals Inhaber der Burg Hainchen, und Herrn Heusler aus Dillenburg. Baumeister war Valentin Becher.

1759

Durch Kauf geht die Hütte an Adolf Albert Diesterweg und Bürgermeister Engels aus Siegen über.

1763

Am 26. Februar wurde Hermann Irle in Marienborn geboren. Nach ihm wurde später die Gesellschaft Hermann Irle in Deuz benannt.

1785

Am 7. April kaufte Bürgermeister Engels den Anteil von Diesterweg für 1000 Thaler.

1786

Am 14. Februar wurde Johannes Irle in Marienborn geboren. Er war Eisenfabrikant. Zwei seiner Söhne, Jakob Heinrich und Karl Friedrich erstanden die Silber- und Bleihütte in Deuz.

1800

Um die Jahrhundertwende herum, das genaue Datum läßt sich nicht mehr feststellen, wurde die Produktion von gußeisernen Öfen aufgenommen. Der Verkauf dieser Öfen erstreckt sich bis nach Schlesien, daneben stellte man Ambosse, gußeiserne Töpfe und andere Gußwaren (Platten, Glühpfannen, Ständer, Röster, Räder) her und bestellte auch den Vertrieb derselben.

1820

Man nimmt das Jahr 1820 als Gründungsjahr der Eisengießerei in Marienborn an. Es muß noch ein Betrieb in Caan bestanden haben; die Rede war von zwei Schleifwerken in Caan und zwei in Marienborn.

In diesem Jahr wagten Hermann Irle und sein ältester Sohn Johannes die ersten Versuche des Walzengusses. Der Guß der ersten Hartgußwalze war Anlaß zur Gründung der Firma Hermann Irle Gmbh.

1821

Am 31. Juli wurde Jakob Heinrich Irle in Marienborn als vierter von sieben Kindern geboren. Ein Jahr später im Juni starb Hermann Irle in Marienborn.

1827

Die Silber- und Bleihütte zu Deuz wird im "Siegerländer Intelligenzblatt" zum Verkauf angeboten.

1829

kam Jakobs Bruder Karl Friedrich im März zur Welt.

1841

Die Firma Irle nutzt die Erfahrung von zwei englischen Bergräten zum Gießen von Hartgußwalzen und wird bald führend in der Produktion dieser Walzen.

1848

Im Jahre 1847 besichtigte Jakob Irle die brachliegende Silber- und Bleihütte in Deuz. Diese wurde 1726 erbaut, jedoch soll an gleicher Stelle vorher ein Kupferhammer gewesen sein. Diese Metallhütte ist nur 85 Jahre in Betrieb gewesen. Am 24. Januar ging die Hütte gegen Zahlung eines Kaufpreises von 1000 Thalern in den Besitz der Irles über. Hieraus entwickelte sich das jetzige Werk I.

Gegossen wurde weiterhin in Marienborn. Die Gußwaren wurden dann zur Weiterverarbeitung mit dem Fuhrwerk nach Deuz geschafft.

Am 14. Juli erhielt Irle die Konzession, die Metallhütte in eine Eisengießerei umzuwandeln.

1851

Karl Irle beteiligte sich nach Beendigung der Militärzeit an der von Jakob Irle aufgebauten Walzengießerei in Deuz.

1852

starb Johannes Irle, Vater von Jakob und Karl, im Alter von 66 Jahren an Lungenentzündung.

1853

wurde die Sieg-Lahn-Straße von Weidenau über Netphen, Deuz und Grissenbach bis zur Siegquelle geführt. Das war für Jakob Irle Anlaß zum Entschluß, die Gießerei von Marienborn nach Deuz zu verlegen.

1854

Die alten Gebäude wurden restlos abgebrochen und nach damaligen Verhältnissen eine moderne Gießerei mit zwei Kupolöfen errichtet. Danach wurde das Gießen in Marienborn eingestellt und Anfang Juli zum ersten Mal in Deuz gegossen.

Am 1. August gründeten Jakob und Karl in Deuz eine neue Firma, die sie zum Andenken an ihren Großvater "HERMANN IRLE" nannten. In den folgenden Jahren wurden die vorhandenen Baulichkeiten weiter ausgebaut und moderne Maschinen angeschafft.